Paulo Blikstein nutzt sein Fab Lab als Unterrichtsumgebung: “Das Ziel des Projekts ist Zweierlei: Erstens wollen wir Kinder inspirieren, Mathematik und Naturwissenschaft zu lieben durch Hands-On Projekte. Zweitens wollen wir Kindern die Fähigkeiten mitgeben, die sie im 21. Jahrhundert brauchen”, erzählte er den Studenten der Sloan School of Management am MIT, die sich auf eine Praktikumsreise nach Brasilien vorbereiten.

Paulo Bliksteins Arbeiten basieren auf Seymour Paperts Constructionism-Theorie, beispielhaft stellt er das in seinem Paper über Technologie als Agent für Emanzipation dar: Travels in Troy with Freire.

Die wichtigen Lernerfahrungen im Fab Lab geschehen in elementaren, kleinen, persönlichen Interaktionen:

Der signifikanteste Teil der Lernerfahrung von Lernenden liegt in den kleinen Machtkämpfen, den winzigen Entscheidungen, den mikroskopischen Entscheidungen was zu vermitteln und was wert zu schätzen sei, wer das Sagen haben solle, wer schliesslich entscheidet. Es sind genau diese scheinbar unbedeutenden pädagogischen und persönlichen Transaktionen in denen die Essenz der Lernatmosphäre konstruiert wird.

Der Gesamtansatz bedeutet jedoch nichts weniger als traditionelle Lehrmethoden über Bord zu werfen um authentisches Lernen zu ermöglichen:

Technologie ist eine neue Art trojanisches Pferd: der Lehrer verwendet bekannte Werkzeuge, Praktiken und Technologien im Unterricht; doch in diese Bekanntheit ist das Potenzial für affektive und konzeptionelle Veränderung eingebettet – ein positives Potential, das heimlich die Atmosphäre im Klassenzimmer durchdringt als eine Folge von Verschiebungen, vermittelt durch den erfahrenen Lehrer. Schüler eignen sich die trojanische Technologie an als ein authentisches Mittel, sich aus dem Gefängnis tratitioneller Pädagogik zu befreien. Solcherart “ent-schult” schütteln Schüler den Staub ab und beginnen selbst authentische Analyse und Konstruktion.

Paulo Blikstein ist Assistant Professor an der School of Education der Stanford University.